Geschichte

Diese Zeilen können naturgemäß nur einen stark verkürzten Abriss unserer Verbindungsgeschichte bieten. Näher Interessierten ist die Lektüre von 'Im Gestern bewährt, im Heute bereit' (Verlag Styria) von Dr. Gerhard Hartmann, Cl, zu empfehlen. Restexemplare dieses an sich vergriffenen Werkes sind auf dem Carolinenhaus zu erwerben. Eine umfangreiche Zusammenfassung der Carolinengeschichte findet man auch auf der Internetplattform Wikipedia [link].


18. August 1888
Von der Vereinsbehörde wird der Nichtuntersagungsbescheid ausgestellt. Dieser Tag gilt daher als 'Gründung' der Carolina Graz durch:
cand. med. Josef Hintner (1. Senior),
cand. iur. Gustav Strohriedl (Consenior)
und stud. med. Franz Strohmeyer (FM)
1889
Für kurze Zeit wird Carolina Mitglied im ersten ÖCV, danach erfolgt die Aufnahme als freie Verbindung in den CV.
1892
Carolina ist vollberechtigtes Mitglied im CV
1893
Das 5. Stiftungsfest verlief ruhig (keine Anschläge von schlagenden Burschenschaften). Katholische Damen spenden die heute noch erhaltenene Verbindungsfahne, Glückwünsche von Kaiser und Papst werden überbracht.
1895
Neueröffnung der Grazer Universität am heutigen Standort durch Kaiser Franz Josef I. Carolina ist als einzige Verbindung nicht eingeladen - Skandal (res Carolina)
1896/97
Carolina ist die stärkste farbentragende Verbindung in Graz
1898/99
Die sog. Krisenzeit - Gründer Hintner wird i.p. dimittiert
1901
Überfall auf Carolinen durch Mitglieder schlagender Korporationen in der Harrachgasse unter Beifall zusehender Damen. 'Liberale' verlassen die Vorlesung, wenn Carolinen in Couleur erscheinen. Der Unterrichtsminister greift ein und droht mit Schließung der Universität.
1903
Die ersten Techniker werden aufgenommen - es folgen schwere Krawalle auf der Technischen Hochschule
1906
Der Vorarlberger Bbr. Anton Geser wird bewusstlos aufgefunden und stirbt an an den Folgen einer Schädelfraktur. Die Umstände werden nie geklärt.
1907
Bbr. DDDr. Johannes Ude wird die Promotion in Couleur verweigert - Burschenschafter zetteln eine wüste Schlägerei an - der Rektor rügt Ude für seine 'Provokation'
1908
Beginn des 'Wahrmund - Skandales', Bauernsturm auf die Uni bei Promotion von Bbr. Aldrian, dem ebenfalls die Couleurpromotion verweigert wurde. 20. Stiftungsfest - Gründung der Tochterverbindung Traungau Carolinen beim Mittagessen im Gasthaus von freiheitlichen Studenten eingeschlossen. Das Militär muß gegen Schlagende eingesetzt werden.
1911
Carolina ist Vorort im CV - CVV in Linz (VOP: Bbr. Reisetbauer)
1913
25. Stiftungsfest - Telegramme von Papst, Kaiser, und Thronfolger. AH Engelhofer (EM Trn) von Liberalen mit Jauche überschüttet.
1914-1918
Im 1. Weltkrieg musste der Verbindungsbetrieb wegen der zahlreichen Einberufungen eingestellt werden. 127 Aktive und Alte Herren standen unter Waffen, 18 starben als Opfer des Krieges.
1919
Das Farbenverbot auf der Technischen Hochschule (heute: Technische Universität) wird aufgehoben.
1931
Der Altherrenverband der Carolina erwirbt das Haus am Glockenspielplatz 7.
1937
Carolina wird Vorort im ÖCV und bleibt dies bis 1946. (VOP: zuerst Bbr. Hueber,1941 gefallen, dann Bbr. Grinschgl) Carolina ist somit die am längsten amtierende Vorortsverbindung.
1938
Schwere Zusammenstöße mit den Nazis, Zwangsauflösung; gesamtes Verbindungsvermögen beschlagnahmt. Es gelingt jedoch am Abend des 11.3. die alte Fahne und einige Verbindungsinsignien vor den SA-Leuten, die sofort das Carolinenhaus besetzen, in Sicherheit zu bringen.
18. 8. 1938
Als Gedenken zum 50. Stiftungsfest findet im KZ Dachau ein geheimer 'Kommers' von Carolinen statt. Teilnehmer sind die AHAH Maleta, Aigner, Mörl, Nestor und Funder.
1941
Im Untergrund erfolgt die Neugründung durch AH Stepantschitz (x). Der Phil-x Dr. Kurz-Goldenstein hält den Kontakt zu den BbrBbr brieflich aufrecht.
1946
Vorübergehendes Verbot durch britische Besatzung - daher wird der Vorort an Norica Wien übergeben.
1952/53
Carolina ist abermals Vorort im ÖCV (VOP: Hauser-Peinschab)
1971
Dank Bemühungen von AH Liebmann wird die ÖCV-Bildungsakademie ins Leben gerufen.
1986
Abschluss der Totalrenovierung der Bude
19. - 23. 5. 1988
100. Stiftungsfest: Empfang der VB in Schloss Eggenberg, Österreich-Bild Spezial 'Carolina', Sonderpostamt auf der Bude, Kommers im Stephaniensaal, Ehrenband für BM Mock, Ehrenring 'Pro deo et patria' an Bischof Weber und Schwester Schwarzl
2008/09
Im Studienjahr 2008/09 führt die Carolina nach 55 Jahren erneut die Amtsgeschäfte als vorsitzende Verbindung des ÖCV (Vorort) unter dem Vorortspräsidenten Michael Wildling.
Gedenken
Abschließend sei all jenen BbrBbr gedacht, die im Kampf für die Gleichberechtigung an der Universität und durch das Bekenntnis zu ihrem Glauben und unserer Heimat Österreich Leid und Verfolgung hinnehmen mussten.
Namentlich seien stellvertretend genannt:
Jakob Bildstein (musste das Studium wegen einer starken Kopfverletzung, die ihm durch Schlagende Korporierte begebracht wurde, aufgeben)
DDDr. Johann Kapistran Pieller - am 15.4.1945 in Stein/Donau erschossen
Dr. Ludwig Mooslechner - am 10.4.1945 auf der Hebalm erschossen
Fiducit!

1888-1918

1888 bis 1918
Die Gründung Carolinas und ihre erste große Bewährungsprobe

von Dr. Gerhard Hartmann

Im Jahr 1844 wurde die erste farbentragende Studentenverbindung mit katholischem Prinzip gegründet: die Bavaria in Bonn. Sie ist gemeinsam mit dem Borromäusverein der älteste katholische Verein neuen Typs. Bavaria hatte mit Carolina in der Anfangszeit (neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts) engeren Kontakt, es gab damals einige Bonner Bavaren, die in Graz studierten, bei Carolina aktiv wurden und deren Band erhielten. Daher wundert es nicht, dass der Bavare John Pius Boland 1896 auf seiner Reise nach Athen zu den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit, bei denen er im Tennis-Einzel und Tennis-Doppel den ersten Platz errang, in Graz Station machte und Carolina besuchte. Er war Ire und wurde später britischer Parlamentsabgeordneter.

Der eigentliche Durchbruch für den CV ging aber von der 1851 in München gegründeten Aenania aus, deren charismatisch begabter Gründer der spätere Missionar Franz Lorenz Gerbl war. Bei ihm lesen wir 1856, dass ein Kaplan Franz Schönberger (1818-1887) in Graz eine katholische Verbindung gründen wollte. Aber daraus wurde nichts. Im Herbst 1865 kam es gelegentlich der Inaugurationsrede des neuen Grazer Rektors Oskar Schmidt zu einer öffentlich geführten Diskussion, an der sich auch die Theologiestudenten beteiligten. Die Breslauer CV-Verbindung Winfridia gratulierte diesen dazu und regte eine Verbindungsgründung an. Diese Anregung wurde aber nicht in die Tat umgesetzt.

Im Mai 1877 fand der 1. allgemeine österreichische Katholikentag statt, der auch die Frage von zu gründenden katholischen Studentenverbindungen und -vereinen behandelte. In Folge dessen gab es seitens der Austria Wien Bemühungen, in Graz einen katholischen Studentenverein zu gründen. In deren Protokollen findet sich Ende 1877 ein Hinweis über eine derartige bevorstehende Gründung mit dem Namen Guelfia (Welfia).

Aus all diesen drei genannten Initiativen ist nichts geworden. Erst der vierte Anlauf dazu sollte Erfolg haben. Der Medizinstudent Josef Hintner(-Aschauer) (1857-1909) trat 1881 der Austria Innsbruck bei, war dort Senior und 1883/84 in eine Duellverweigerungsaffäre verwickelt, die in der ganzen Monarchie Aufsehen erregte. Er weigerte sich, einer Duellaufforderung eines schlagenden Studenten zu folgen, woraufhin ihm der Rang eines Reserve-Leutnants aberkannt wurde. Damit war der künftige Gründer der Carolina in einen für die damalige Kulturkampfära typischen Konflikt involviert. Im WS 1885/86 setzte er sein Studium in Graz fort und kam dort offenbar in Kontakt mit der Marianischen Kongregation (von Jesuiten initiierte Betreuung von Gymnasiasten und Studenten) und Katholisch-Konservativen Kreisen. Im Schoße dieser beiden dürfte die Idee der Gründung einer katholischen farbentragenden Verbindung gefallen sein, wobei den entscheidenden Anstoß dazu der spätere Generalvikar der Diözese Seckau, Franz Frhr. von Oer (Cl EM), gegeben haben dürfte. Im Archiv der Austria Innsbruck gibt es für das Jahr 1887 einen Hinweis für eine beabsichtigte Gründung in Graz. Es dürften also derartige Überlegungen bereits im Jahr 1887 konkret gewesen sein, so dass Hintner seiner Urverbindung offenbar darüber berichtete.

Wann nun der endgültige Schritt zur Gründung erfolgte, blieb bis jetzt im Dunkeln. In der 2. Auflage der CV-Geschichte von Florian Werr (Hr) von 1900 wird in der damals eigenen blumig-romantischen Sprache angedeutet, dass es an einem „lieblichen Maientag“ war, wo im Rahmen eines Ausfluges, offenbar auf die Ruine Gösting, der Beschluß gefaßt wurde, Carolina zu gründen. Doch diese Nachricht ist mit ziemlicher Vorsicht anzunehmen, fehlt sie doch in der 1. Auflage der genannten CV-Geschichte (1889). Die Verbindung wurde nach dem Gründer der Grazer Universität, Erzherzog Karl von Innerösterreich, Carolina benannt, als Farben wurden Schwarz-Gold-Weiß (Fuchsenfarbe ursprünglich Schwarz-Gold) mit schwarzer Samtmütze und als Wahlspruch „Pro Deo et Patria“ gewählt. Die Wahl der Farben hatte sicherlich programmatischen Hintergrund, in ihnen sind die päpstlichen wie die ehemaligen österreichischen (schwarz-gelb) Farben vereint.

Die Statuten wurden bei der damals hierfür zuständigen k. k. Statthalterei für die Steiermark eingereicht und am 18. August 1888, dem 58. Geburtstag Kaiser Franz Josephs I., genehmigt. Es ist davon auszugehen, dass dieses Datum rein zufällig zustande kam und vom Arbeitseifer des betreffenden Amtes abhing. Doch die Gründer hatten sofort diesen glücklichen Zufall für sich zu nutzen gewußt und mit in ihre pro-österreichische Programmatik einbezogen.

Der (deutsch-österreichische) Politische Katholizismus in der damaligen Zeit wurde im wesentlichen noch von den Katholischen-Konservativen geprägt, die unter unterschiedlichen Parteinamen für den Reichsrat kandidierten. Die Christlichsoziale Bewegung errang, ausgehend von Wien bzw. Niederösterreich, erst später Bedeutung. Die Ehrenmitgliederaufnahmen der ersten Zeit, also noch im Jahr 1888, zeigen, dass die katholisch-konservative Prominenz an die junge Verbindung gebunden wurde. So finden wir u. a. Dominik Graf Des Enffantes d'Avernas, Obmann des Katholischen Preßvereins (dieser gehörte zum Vorfeld der Katholisch-Konservativen), Josef Zapletal, Chefredakteur des diesem Preßverein gehörenden Grazer Volksblattes, und den pensionierten Kreisgerichtspräsidenten von Korneuburg und Obmanns der Katholischen-Konservativen von Graz, Franz Ritter von Hartmann. Dieser war übrigens 1851 Präsident des 5. (gesamtdeutschen) Katholikentages in Mainz, so dass in seiner Person die enge Verflechtung zwischen Verbandskatholizismus, Politischem Katholizismus und katholischen Verbindungen manifest wird.

Da Josef Hintner die wohl letztlich entscheidende Rolle bei der Gründung der Carolina spielte und dieser, wie oben erwähnt, mit seiner Ur-Verbindung deswegen in Kontakt stand, kann man daher von einem indirekten Einfluß der Austria Innsbruck bei der Gründung Carolinas sprechen. Sie ist allerdings nicht direkte Mutterverbindung. Einen ähnlichen Einfluß gab es seitens der Münchener Aenania bei der Gründung der Innsbrucker Austria, so dass eine wirkungsgeschichtliche Entstehungslinie Aenania > Austria > Carolina mit Recht festgestellt werden kann. Daher ist ohne Zweifel die Gründung der Carolina eine aus dem Schoße des CV gewesen. Hintner hat offenbar bald den damaligen Vorort Markomannia Würzburg informiert, der Carolina aufforderte, dem CV beizutreten, was aber wegen der geringen Mitgliederzahl vorerst nicht erfolgte.

Ende April/Anfang Mai 1889 fand in Wien der 2. allgemeine österreichische Katholikentag statt, bei dem der Vertreter der Carolina mit der Austria Wien in Kontakt kam. Diese vertrat die Idee eines Zusammenschlusses aller österreichischen katholischen Studentenverbindungen und -vereine, während die Innsbrucker Austria und die Wiener Norica für den Zusammenschluß aller Verbindungen im gesamtdeutsch ausgerichteten CV eintraten. Damit geriet Carolina in den Konflikt zwischen CV und (Erstem) ÖCV. Sie entschied sich zuerst für den (Ersten) ÖCV, schwenkte aber Anfang Juni unter dem Eindruck des 25. Stiftungsfestes der Austria Innsbruck wieder um und stellte ein Aufnahmegesuch an den CV. In der Folge kam es innerhalb der Carolina zu Auseinandersetzungen, denn die Katholisch-Konservativen waren für einen ÖCV. Der BC blieb aber seinem Beschluß, dem CV beizutreten, treu, so dass einige Ehrenmitglieder austraten, später aber – wahrscheinlich bis auf einen – wieder zurückkehrten.

Die Carolina wurde bereits in den Ferien des SS 1889 in den CV als freie Vereinigung aufgenommen, auf der Cartellversammlung am 26. August 1889 in Bochum wurde dies bestätigt. Die Aufnahme als vollberechtigte Verbindung erfolgte am 4. August 1891 auf der Cartellversammlung in Mainz.

Die folgenden Jahre bis zum Ersten Weltkrieg waren für die Geschichte Carolinas von den Auseinandersetzungen mit den nationalen bzw. schlagenden Korporationen geprägt. Wie bereits erwähnt erreichten diese eine Intensität, wie sie sonst im deutschen Sprachraum nicht zu finden waren. Man kann daher mit Recht sagen, dass dieser Bereich der Verbindungsgeschichte ein „Alleinstellungsmerkmal“ innerhalb des CV darstellt. Da bereits an anderer Stelle ausführlich diese Auseinandersetzungen dokumentiert wurden, seien nur die wichtigsten Aspekte und Ereignisse angeführt:

  1. Ausgangspunkt war zuerst der Umstand, dass Carolina als katholische Verbindung Duell und Mensur strikt ablehnte. Daher verweigerten die „schlagenden“ (d. h. satisfaktionsgebenden) Verbindungen – also praktische fast alle anderen – die gleichberechtigte Teilnahme Carolina in Vollwichs an Universitätsfeiern, insbesondere an den Inaugurationen, weil sie zu Unrecht den Schläger trage. Die Auseinandersetzung um solche Teilnahmen zog sich bis in die dreißiger Jahre hin.

  2. Relativ bald schob sich die allgemeine Ablehnung der Gleichberechtigung Carolinas (und des CV) in den Vordergrund. Die deutschnational-freisinnigen schlagenden Korporationen lehnte alles Katholische als undeutsch, unwissenschaftlich und unmodern. Carolina (und der CV) standen daher im Zentrum der Angriffe eines spezifisch universitären Kulturkampfes.

  3. Diese generelle Ablehnung der Gleichberechtigung manifestierte sich ab Anfang der neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts zunehmend in „handgreiflicher“ Art. Beschimpfungen, Anpöbelungen, Rempeleien etc. wurden immer mehr auf der Universität und auch außerhalb zur Tagesordnung. Waren das anfänglich gegen einzelne Carolinen gerichtete Aktionen, so wurden das immer mehr zielgerichtete Aktionen gegen die Carolina insgesamt, d. h. gegen ihr korporatives Auftreten.

  4. Die erste größere Aktion dieser Art war der Überfall in der Harrachgasse am 21. November 1901, wo ca. 400 Schlagende über Carolinen herfielen.

  5. Im Studienjahr 1906/07 eskalierten die Auseinandersetzungen in einem noch nie da gewesenen Ausmaß. Bei der Immatrikulationsfeier am 6. November 1906 wurden die Carolinen mit Fäusten und Stöcken aus der Aula hinausgetrieben. Die Polizei mußte einschreiten.

  6. Das Studienjahr 1907/08, das sog. Wahrmund-Jahr, war zweifellos der Höhepunkt der Auseinandersetzungen zwischen den katholischen Studentenverbindungen und den schlagenden Korporationen. Graz war Ausgangs- und Endpunkt. Es ist hier nicht der Platz, die Ereignisse dieses Jahres vollständig anzuführen, es seien nur die drei Grazer „Bezugspunkte“ genannt: Die verhinderte Promotion des Grazer Privatdozenten Johannes Ude (Cl) am 24. Oktober 1907; der sog. „Bauernsturm“ am 16. Mai 1908 anläßlich der Promotion von Michael Aldrian (Cl); und die tumultartigen Ereignisse beim 20. Stiftungsfest der Carolina vom 22. bis 24. Juni 2008.

  7. Beim 25. Stiftungsfest am 10. bis 13. Mai 1913 kam es zu Terrorszenen seitens der Schlagenden, so dass wie 1908 Militär eingesetzt werden mußte. Dabei wurden auch „reichsdeutsche“ Gäste verletzt, so dass die deutsche Botschaft in Wien über Auftrag des Berliner Auswärtigen Amtes intervenierte.

Bei all dem – und das eben Geschilderte stellt nur die Spitze des Eisberges dar – wundert es, dass die Carolina sich in der Zeit zwischen Gründung und Erstem Weltkrieg konsolidieren und entwickeln konnte. Ein sichtbares Zeichen dafür war der Umstand, dass Carolina auf der 46. Cartellversammlung in Augsburg am 23. August 1910 zum Vorort für die Zeit vom 1. April 1911 bis 31. März 1912 gewählt wurde. Bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts war es in Deutschland vielfach üblich, dass das Schuljahr vor bzw. zu Ostern endete bzw. begann. Man machte also zu dieser Jahreszeit auch Abitur (Matura) und begann mit dem Studium im jeweiligen Sommersemester. Das Vorortsjahr war dieser Praxis angeglichen.

Bis zum Zweiten Weltkrieg war es zudem auch sehr oft Brauch, dass der Vorortspräsident nicht ein volles Studienjahr amtierte, sondern dass die Vorortsverbindung für jedes Semester einen wählte. Das war auch beim Vorortsjahr der Carolina der Fall. Für das Sommersemester 1911 wurde der Oberösterreicher Franz Reisetbauer (1889-1951) gewählt. Er geriet später in einen unglückseligen Zusammenhang mit dem Heinwehrführer Ernst Rüdiger Fürst Starhemberg, trat deswegen 1931 aus dem CV aus und ging ins Ausland.

Zum Vorortspräsidenten des Wintersemesters 1911/12 wurde der Kärntner Josef Joham (1889-1959) gewählt. Aus bäuerlichen Verhältnissen stammend machte er eine früher im CV ungewöhnliche Karriere: 1936 bis 1938 uns von 1948 bis zu seinem Tod war er Generaldirektor der damals größten österreichischen Bank, der Creditanstalt-Bankverein (heute in Bank Austria aufgegangen).

Eine Verbindung mit einem Alter von knapp über 25 Jahren wird man noch als jung bezeichnen können. Um so erstaunlicher ist es daher, dass sich schon vor dem Ersten Weltkrieg zahlreiche Carolinen in Funktionen des katholischen Verbandswesens bzw. der Katholikentage finden. Dazu muß man auch festhalten, dass die ab 1848 stattfindenden sog. deutschen Katholikentage bis 1871 „großdeutsch“, d. h. unter Einschluß Österreichs, angelegt waren. Sie waren ursprünglich so konzipiert, dass zu gleicher Zeit und am gleichen Ort alle katholischen Verbände ihre Hauptversammlung abhielten. Dadurch war bereits eine entsprechende Teilnehmerzahl gegeben. Der CV hielt daher seine Cartellversammlungen bis in die Zwischenkriegszeit immer im Rahmen dieser damals jährlichen Katholikentage ab.

In Österreich gab es ab 1877 allgemeine Katholikentage in größeren zeitlich unregelmäßigen Abständen. In der Regel gab es auf diesen immer sog. „Subsektionen“ zum Thema Hochschulen, wo sich die Vertreter der katholischen Studentenschaft trafen. Ebenso wurde in der Regel ein Katholikentags-Kommers abgehalten. Seit dem 3. Katholikentag 1892 in Linz ist eine teils nicht unerhebliche Präsenz von Carolinen nachzuweisen. So präsidierte den Festkommers beim 4. Katholikentag 1896 in Salzburg Friedrich Funder (Cl, Nc) allerdings als Ferialkommissar der Norica. Am 7. Katholikentag 1910 in Innsbruck hielt Johannes Ude (C1) eine vielbeachtete Rede.

Danach gab es keine „allgemeinen“ Katholikentage mehr, sondern wegen der Nationalitätenkonflikte in Österreich wurde 1913 in Linz ein „Katholikentag der Deutschen Österreichs“ abgehalten. Sechs Urphilister der Carolina waren Mitglieder der vorbereitenden Komitees, und ein Caroline präsidierte den Festkommers. Beim 2. steirischen Katholikentag des Jahres 1891 war die damals noch sehr junge Carolina bereits präsent und hielt aus diesem Anlaß einen Festkommers ab.

Neben dem kirchlichen Engagement – oder besser dem in der katholischen Laienbewegung – ist es natürlich interessant, wie es mit dem in der Politik zu dieser Zeit aussah. Dabei fällt die krasse Unterrepräsentanz der Carolina bzw. des CV in der Steiermark auf. Sie hatte bei weitem nicht jene Zahl an Politikern wie die beiden Austrias oder die Norica erreicht. Auch ist auffällig, dass die führenden Politiker der katholisch-konservativen Bewegung der Steiermark nicht Ehrenmitglieder waren, obwohl Carolina aus deren Schoß gegründet wurde.

Von der Ur-Mitgliedern bzw. Ur-Ehrenmitgliedern, die bereits vor 1918 ein politisches Mandat erreichten, sind zu nennen:

Karl Drexel (1872-1954) studierte Theologie und wurde 1895 zum Priester geweiht. Nach einem Studium in Rom war er Religionsprofessor in Dornbirn und engagierte sich dort in der Christlichen Gewerkschaftsbewegung. 1902 wurde er in den Vorarlberger Landtag gewählt und 1910 in den Landesausschuß (Vorform der Landesregierung). 1907 wurde er als Abgeordneter in den Reichsrat gewählt. Im Ersten Weltkrieg war er Militärkurat und in Sibirien gefangen („Engel von Sibirien“). Nach seiner Heimkehrt 1921 wurde er wieder Landtagsabgeordneter, von 1923 bis 1931 war er Nationalratsabgeordneter, danach Präsident des Statistischen Zentralamts. Zur Carolina kam er durch seinen Bruder Heinrich in Kontakt, der in Graz studierte. 1908 wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft verliehen, womit der starke Vorarlberger Anteil in der Carolina dokumentiert wurde.

Franz von Guggenberg zu Riedhofen (1877-1957) entstammte einer Pustertaler Familie und begann in Graz 1895 mit dem Medizinstudium, wo er Carolina beitrat. Nach Tirol zurückgekehrt, engagierte er sich für die Christlichsoziale Bewegung. Von 1917 bis 1920 war er Bürgermeister von Brixen und wurde vor dem Ersten Weltkrieg in den Tiroler Landtag gewählt. Nach Gründung der Südtiroler Volkspartei im Jahr 1954 war er Obmann des Bezirkes Brixen.

Karl Aubert Salzmann (1876-1934) wurde in Dornbirn als Sohn eines Fabrikanten geboren und studierte u. a. in Graz Jus, wo er 1900 der Carolina beitrat. Danach wurde er Rechtsanwalt in Wels und 1909 in den oberösterreichischen Landtag gewählt. Von 1924 bis zu seinem Tod war er Bürgermeister von Wels. Von 1926 bis 1934 war er auch Mitglied des Bundesrates und zweimal dessen Vorsitzender.

1918-1945

1918 bis 1945:
In dieser Zeit der größten Herausforderung blieb Carolina standhaft

von Dr. Gerhard Hartmann

Der Erste Weltkrieg war ein tiefer Einschnitt in das Verbindungsleben. Fast 60 Prozent der Angehörigen des CV (Deutschland und Österreich) rückten ein, über 10 Prozent dieser Angehörigen fielen oder starben an den Folgen des Krieges. Carolina war mit 18 Urmitgliedern betroffen.

Das Ende der Monarchie bzw. der verlorene Krieg war für viele ein Schock mit der Folge einer gewissen Orientierungslosigkeit, die auch die Frage der Staatsform bzw. eines Anschlusses an das Deutsche Reich betraf. Davon war die Carolina nicht ausgenommen. In den Novembertagen des Jahres 1918 gab es diesbezüglich einen Konflikt in der Verbindung. Der damalige Philistersenior Robert Orel (Urmitglied der Austria Wien, Bandphilister Carolinae) war ein entschiedener Verfechter der Monarchie, während innerhalb der Aktivenschaft bereits Anfang November eine republikanische Stimmung die Mehrheit hatte. Es kam deswegen nun zu heftigen Auseinandersetzungen, die in der Folge zu einer zeitweiligen Dimissio Orels und seinem Rücktritt als Philistersenior führten.

Nach dem Krieg wurde als von den Behörden anerkannte studentische Vertretung die „Deutsche Studentenschaft“ gegründet, die eine aus allgemeinen Wahlen nach dem Verhältniswahlrecht hervorgegangene Körperschaft (Kammer) kannte. Zu dieser waren aber nur Studenten „deutsch-arischer“ Abkunft wahlberechtigt, also keine Juden. Aus diesem Grund beteiligten sich auch die sozialdemokratischen Studenten nicht an diesen Wahlen. Bei diesen für die Kammer der Universität Graz erhielten die „Völkische Liste“ in der Regel etwas über zwei Drittel der Stimmen, die Katholische Liste (Katholisch-Deutscher Hochschulausschuß) knapp unter einem Drittel. Durch diese institutionalisierte Vertretung, aber auch aufgrund anderer Umstände, wie etwa das gemeinsame Erleben an der Front, beruhigte sich nach Kriegsende der Dauerkonflikt zwischen den Schlagenden und der Carolina bzw. dem CV. Nach Abtritt dieser „Frontgeneration“ trat dieser wieder hervor. Allerdings war er anfänglich noch weniger „handgreiflicher“ Natur, sondern basierte auf der Anerkennung der Gleichberechtigung, die sich vor allem beim gemeinsamen Chargieren der Rektoratsinauguration manifestierte.

Zu ersten größeren Auseinandersetzungen kam es im Dezember 1920 bei der Publikation der Babenberg Graz. Im Herbst 1925 erfolgte erstmals seit 1906 wieder eine feierliche Inauguration, die jedoch die Schlagenden wegen eines jüdischen Dekans boykottierten, so dass die Grazer CV-Verbindungen alleine – und vor allem unbehelligt – in vollen Farben teilnahmen konnten. Nachdem die Inauguration 1926 ausgefallen war, sollte 1927 wieder eine stattfinden. Bei dieser und bei der ein Jahr später in 1928 versuchten die Schlagenden, die Grazer CV-Verbindungen auf eine „großdeutsche“ Linie zu bringen. Wenn sie eine Erklärung unterschrieben, ohne Vorbehalte für den Anschluß ans Deutsche Reich zu sein, würden sie eine Teilnahme des CV in Vollwichs bei der Inauguration zustimmen. Über Vermittlung der jeweiligen Rektoren kam es zu Verhandlungen. Die Grazer CV konnte aufgrund der CV-Satzung („Politische Bestrebungen liegen dem CV fern“) eine solche „expressis-verbis“ Erklärung nicht unterschreiben, sondern in dieser Frage nur allgemein gehaltene Formulierungen verwenden. Deswegen kam es immer zu Eklats, der CV nahm daher nicht an der Inauguration teil.

Das 35. Stiftungsfest (Mai 1923) konnte ungestört ablaufen, und erstmals wurde Carolina in vollen Farben von den beiden Rektoren empfangen. Das 40. Stiftungsfest Ende Mai 1928 stand nun aber ganz im Zeichen den nun neu entflammten Auseinandersetzungen mit den Schlagenden. Die Festrede beim Kommers hielt der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Reichstages, der oberschlesische Priesterpolitiker Karl Ulitzka (Cl).

Ende der zwanziger Jahre war der spätere Nationalratspräsident Alfred Maleta (Cl) die führende Figur im Katholisch Deutschen Hochschulausschuß bzw. im GCV. Im Juni 1929 sollte es wieder zu einer Eskalation der tätlichen Auseinandersetzungen zwischen dem CV bzw. der Carolina und den „Wehrhaften“ kommen. Ausgangspunkt war ein Vorfall bei den Hochschulwettkämpfen (Faustspiel) des Sommersemesters. Infolge einer Schiedsrichterentscheidung zum Nachteil der Schlagenden wurde die Stimmung angeheizt, sie entlud sich am Samstag, dem 15. Juni, anläßlich des Stiftungsfestkommerses der Babenberg, bei welcher Gelegenheit es zu Raufereien kam. Eine Woche später war das Stiftungsfest der Carolina, bei der es neuerlich zu noch vehementeren Schlägereien auf der Herrengasse kam, so dass die Polizei eingreifen mußte. Bei der Rückkehr vom Stiftungsfestausflug wurden zwei Carolinen von Angehörigen einer Burschenschaft krankenhausreif geschlagen. Ein Jahr später kam es zum Prozeß gegen den Haupttäter. Nachdem eine zuerst bedingte Strafe in eine unbedingte umgewandelt wurde, eskalierten die Auseinandersetzungen neuerlich heftig. Die Schlagenden riefen ab 3. Juli einen Streik aus, der Rektor antwortete mit der „Aussperrung“.

Zwischenzeitlich wurde der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund (NSDStB) innerhalb der Studentenschaft im Deutschen Reich und Österreich immer stärker. Damit verbunden war eine deutliche Radikalisierung auf Hochschulboden. Im November 1932 kam es – rückblickend – zu den letzten großen Auseinandersetzungen in Graz zwischen katholischen Studenten und Schlagenden, die völlig unter nationalsozialistische Kuratel geraten waren. Zahlreiche Carolinen wurden dabei blutig geschlagen. Die Auseinandersetzungen griffen dann Anfang Dezember auf Wien über, so dass in der Folge der Katholisch-Deutsche Hochschulausschuß aus der Deutschen Studentenschaft austrat.

Die innenpolitische Entwicklung im Deutschen Reich führte Ende Januar 1933 zur Machtübernahme Adolf Hitlers, die Folge davon war u. a. die Gleichschaltung der katholischen Verbände, darunter auch die des „reichsdeutschen“ CV, was die „Abschaltung“ der österreichischen Verbindungen und die Gründung des „Dritten“ ÖCV zur Folge hatte.

In diesem Zusammenhang muß ein „strukturelles“ Problem der damaligen Carolina angesprochen werden. Im Gegensatz zu den meisten CV-Verbindungen in Wien oder auch in Innsbruck rekrutierte sich die Carolina bald nach ihrer Gründungen in zunehmendem Maße außerhalb der Steiermark. Das hing auch damit zusammen, dass Graz im Vergleich zu Wien und Innsbruck für Studenten vergleichsweise günstiger war. So studierten z. B. Oberösterreicher und Vorarlberger oft lieber in Graz als in Wien bzw. in Innsbruck. Bald nutzten diese Möglichkeit auch Studenten aus dem Deutschen Reich, und hier vor allem auch solche aus dem katholischen Oberschlesien, das ja mit Österreich historisch verbunden war. So zeigte sich in der Mitgliederstruktur schon vor dem Ersten Weltkrieg bei Carolina eine deutliche Mehrheit aus Oberösterreich, Vorarlberg und Oberschlesien gegenüber „einheimischen“ Studenten ab. Während hingegen z. B. Oberösterreicher und Vorarlberger in der Regel ihr ganzes Studium in Graz verbrachten und daher in der Verbindung voll sozialisiert wurden, war das bei den Deutschen, insbesondere bei den Oberschlesiern nicht der Fall. Sie absolvierten die ersten beiden Semester in Graz (wegen des oben erwähnten „verschobenen“ Studienjahres beginnend mit dem Sommersemester), wurden geburscht und kehrten dann heim, um in der Regel in Breslau weiter zu studieren. Meistens wurden sie dann z. B. dort bei der Winfridia verkehrsaktiv wurden dort CV-mäßig sozialisiert. Es gab eine Reihe solcher, die das nicht taten.

Im letzten Gesamtverzeichnis des gesamten CV von 1932 ist fast die Hälfte der dort aufgeführten Urstudierenden Carolinas „reichsdeutscher“ Abkunft, die meisten von ihnen stammten aus Oberschlesien. Durch die „Abschaltung“ des ÖCV sind diese für die Carolina „verschwunden“. Sie wurden entweder aufgrund der Bestimmungen des „reichsdeutschen“ CV nach der Abschaltung Urmitglieder der Bandverbindung (z. B. Winfridia), oder sie wurden zwangsweise Mitglied der eigens dafür gegründeten kurzlebigen Austria Köln, wenn sie kein Band einer deutschen Verbindung trugen. 1939 begann der Krieg, 1945 erfolgte die Vertreibung aus Schlesien, und sehr oft verblieben diese Vertriebenen in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. DDR. Mit einem Wort: Nach 1945 wurde fand nur ein geringer Teil dieser Betroffenen als Urmitglied wieder zurück in die Carolina. Aufgrund der Umstände nach 1945 war es natürlich schwierig, diese Bundesbrüder aufzuspüren. Jetzt ist fast schon zu spät. Im ersten Gesamtverzeichnis des ÖCV von 1935 fehlen natürlich diese „reichsdeutschen“ Bundesbrüder, so dass Carolina durch diesen Aderlaß „kleiner“ geworden ist. Aber das erging anderen Verbindungen mit relevantem deutschem Mitgliederanteil, wie etwa der Austria Innsbruck, auch so.

Die innenpolitischen Verhältnisse in Österreich 1933/34 führten zur Etablierung des sog. Ständestaates unter den Bundeskanzlern Engelbert Dollfuß und Kurt Schuschnigg (beide Bandphilister Carolinae).
In diesem Zusammenhang ist es natürlich interessant, jene Carolinen zu benennen, die in der Zwischenkriegszeit politisch tätig waren. Karl Drexel (Nationalratsabgeordneter) und Karl A. Salzmann (Mitglied des Bundesrates) wurden bereits genannt. Hinzu kam noch Josef Aigner (Nationalratsabgeordneter), der als Obmann des Katholischen Volksvereins für Oberösterreich dort die Stellung eines Landsobmanns der Christlichsozialen Partei innehatte. Die drei Genannten waren keine Steirer, sondern ein Vorarlberger und zwei Oberösterreicher.

Der ranghöchste Politiker Carolinas in der republikanischen Ära Österreichs der Zwischenkriegszeit war Ferdinand Redler. Er war 1918 bis 1914 Landeshauptmannstellvertreter (Landesstatthalter) von Vorarlberg, 1930/31 sogar kurzzeitig Landeshauptmann. Der einzige Caroline, der außerhalb Österreichs zu politischen Ehren kam, war der bereits erwähnte Prälat Karl Ulitzka. Er war von 1919 bis 1933 Mitglied des Deutschen Reichstages, zeitweise Vorsitzender von dessen Auswärtigen Ausschuß. Er gehörte auch dem Vorstand der Zentrumspartei an.

Im Ständestaat von 1934 bis 1938 waren politisch aktiv: Karl M. Stepan (Urmitglied Noricae, Bandphilister Carolinae) als Landeshauptmann der Steiermark, der langjährige Philistersenior der Carolina Rolf Trummer 1938 als kurzzeitiger Landeshauptmann der Steiermark und der spätere Bundeskanzler Alfons Gorbach als Landesrat.

In dieser Zeit wurde auch die endgültige Heimstatt der Carolina geklärt. Seit ihrer Gründung fand die Verbindung gegen Miete Unterkunft in der „Harmonie“, dem Admonter Hof in der Grazer Sackstraße, wo auch andere katholische Vereine ihren Sitz hatten. Aufgrund der Gründungen zweier weiterer CV-Verbindungen (Traungau, Babenberg) und der KV-Verbindungen war dort der Platz zunehmend eng geworden. Günstige finanzielle Voraussetzungen führten im Juni 1931 zum Erwerb des Hauses Glockenspielplatz Nr. 7. Der Preis für Kauf und Renovierung betrug insgesamt 120.000 Schilling. Der erste Stock war für die Verbindung vorgesehen, im zweiten mietete sich der Steirische Caritasverband ein. Doch nur etwas mehr als sechs Jahre konnte sich Carolina an ihrem Heim erfreuen. Am 13. März 1938 wurde das Carolinenhaus gewaltsam von SA-Leuten besetzt. Am 7. Juni 1938 beantragte die Gestapo Graz die Beschlagnahme des Hauses als „staatsfeindliches“ Vermögen. Nach 1945 erfolgte schrittweise die Restituierung und volle Wiederinbesitznahme.

Der 1933 gegründete „Dritte“ ÖCV konnte sich rasch konsolidieren. Nach den Vororten Norica, Austria Wien und Nordgau Wien wurde auf der CVV 1937 Carolina zum zweiten Mal zur Vorortsverbindung gewählt. Es war damals nicht abzusehen, dass damit der „längste“ Vorort der (Ö)CV-Geschichte verbunden sein würde. Zum VOP wurde Alfred Hueber gewählt, der jedoch 1941 im Krieg fiel. Danach war der jeweilige „illegale Senior“ VOP, 1943 wurde dann mit Gerald Grinschgl als VOP der Vorort im Krieg reaktiviert.

In den letzten Tagen vor dem Anschluß stand Carolina treu zu Österreich, der Glockenspielplatz war einer der Stützpunkte für die von Bundeskanzler Schuschnigg angesetzte Volksabstimmung für ein freies Österreich. Sowohl die alte CV-Standarte, die 1933 aus Deutschland vor der Gleichschaltung des CV gerettet werden konnte und sich wegen des Vortorts Carolina in deren Verwahrung befand, so wie die Verbindungsfahne konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden und überstanden Nazi-Regime und Krieg.

Die neuen Machthaber sahen im CV einen wichtigen weltanschaulichen Gegner, daher wurden viele CVer, natürlich auch Carolinen, verfolgt oder beruflichen Schikanen ausgesetzt, d. h. sie wurden entlassen oder mit oft extrem gekürzten in den vorzeitigen Ruhestand versetzt.

Von den Urmitgliedern Carolinas befanden sich mindestens 31 in irgendeiner Form in Haft, zusätzliche weitere 37 Fälle sind bekannt, die beruflichen Schikanen ausgesetzt waren. Doch konnten bislang nicht alle derart Betroffenen eruiert bzw. dokumentiert werden, so dass diese Zahlen wahrscheinlich noch höher liegen werden. Das Gesamtverzeichnis 1935 zählt 128 Urphilister. Demnach hätten davon über 50 Prozent eine „negative Erfahrung“ mit dem NS-Regime gemacht, von der Entlassung bis zum Tod – die traf auf den Franziskaner Kapistran Pieller zu, der noch kurz vor Kriegsende erschossen wurde.
Unvergessen bleibt der Bericht von Alfred Maleta über den „Festsalamander“ zum 50. Stiftungsfest am 18. August 1938 im KZ Dachau, den er mit den Bundesbrüdern Josef Aigner jun., Anton Mörl, Walter Nestor und Friedrich Funder „gerieben“ hatte. Die gleichfalls in Dachau einsessenden Bundesbrüder Karl M. Stepan und Alfons Gorbach waren in Sonderhaft im Bunker. Dieser Bericht wurde bei der Gedenkfeier in der KZ-Gedenkstätte Dachau anläßlich der Cartellversammlung in München zu 150 Jahre CV im Mai 2006 vom damaligen Vorsitzenden der Verbandsführung Helmar Kögl (Dan) in bewegenden Worten vorgetragen.

Auch wenn der Schock des Anschlusses tief saß, blieben die Kontakte der Bundesbrüder in Graz untereinander aufrecht. Vor allem Ernst Kresbach sen., Gerd Stepantschitz und der unvergeßliche Max Kurz-Thurn-Goldenstein („Mephi“) waren dabei die Kristallisationspunkte. Im Juni 1941, wenige Tage vor dem Rußlandfeldzug, beschloß man, die Verbindung wieder „illegal“ zu reaktivieren. Darunter wurden auch Rezeptionen verstanden. Zwischen dem 11. März 1938 und dem 8. Mai 1945 wurden insgesamt zwölf dauerhafte (d. h. später nicht ausgetreten oder ausgeschlossen) Rezeptionen vorgenommen. Diese verdienen auch heute noch unseren Respekt für ihren Mut, sich in dieser Zeit „Pro Deo et Patria“ bekannt zu haben. Im Frühjahr 1943 verdient ein besonderes Ereignis angemerkt zu werden. Nach dem Fall von Stalingrad sägten drei Carolinen in einer April-Nacht die sechs Meter hohe Hitler-Eiche in der Opernringkurve um.

Im Herbst 1943 kam es dann zur offiziellen Reaktivierung des Vororts. Zum VOP wurde Gerald Grinschgl gewählt, der nun bald Aktivitäten setzte (u. a. katholische Hochschulwochen Ende 1943 in Graz und im Juni 1944 in Innsbruck). Grinschgl befand sich studienhalber zu Ende des Krieges in Innsbruck, beteiligte sich an der Befreiungsaktion Anfang Mai 1945 und organisierte als VOP danach von die Wiedererrichtung des ÖCV, was aufgrund der damaligen Umstände nicht immer einfach war.

20 Urmitglieder der Carolina fielen im Krieg oder kamen durch Kriegsfolgen ums Leben. Diese Zahl wird wahrscheinlich nicht vollständig sein, weil die og. 1933/34 „verschwundenen“ Mitglieder in Deutschland dabei nicht berücksichtigt wurden.

1945-1970

1945 bis 1970:
Der Aufbau des neuen Österreich

von Dr. Gerhard Hartmann

In Graz begann nach dem Kriegsende sowie nach dem Abzug der Sowjets und dem Eintreffen der Briten im Juli 1945 der Kontakt zwischen den Carolinen untereinander. Im Oktober wurde Carolina vereinsrechtlich wieder hergestellt. Mitten in den nun in Gang befindlichen Aufbauprozeß platzte das Verbot der britischen Militärregierung mit 21. Dezember 1945. Damit wurde auch dem Vorort Carolina der rechtliche Boden entzogen, so dass diesen Norica übernahm. Erst im Oktober 1946 wurde das Verbot aufgehoben.
Was anläßlich des 50. Stiftungsfestes versagt geblieben war, wurde zum 60. im Mai 1948 nachgeholt: Das Motto lautete: „60 Jahre katholisches Farbstudententum in der Steiermark. Der Cartellverband feiert sein 60jähriges Bestehen auf Grazer Boden.“

Die Konsolidierung der Verbindung schritt weiter voran. Ein sichtbares Zeichen dafür war auf der CVV 1952 in Wien die Wahl Carolinas zum Vorort. Vorortspräsident wurde Carl Hauser-Painschab. Das Studienjahr 1952/53 war innen- wie außenpolitisch von einiger Tragweite. Es fanden Nationalratswahlen statt, bei denen die ÖVP zwar knapp ein Mandat mehr als die SPÖ erhielt, jedoch an Stimmen unterlag. Die Folge war ein Regierungswechsel: Julius Raab (Nc, Cl) löste Leopold Figl (Nc) als Bundeskanzler ab. Am 17. Juni 1953 begann der Aufstand in der Sowjetzone Deutschlands. Das war nun vorerst der letzte Vorort, den Carolina innehatte. Aber Hauser-Painschab war nicht der (vorerst) letzte Caroline als VOP. Rainer Vahlkampf, 1957 bei Carolina rezipiert, wurde später bei Frisia Hannover Bandinhaber. Diese Verbindung wurden 1962/63 zum Vorort im deutschen CV gewählt, Vahlkampf war im Sommersemester 1962 VOP. Es war dies übrigens bisher das einzige Mal, dass ein Urmitglied einer ÖCV-Verbindung als Bandinhaber einer deutschen CV-Korporation dort das Amt des VOP bekleidete.

Nach 1945 wurde an Stelle der Deutschen Studentenschaft die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) als Vertretung der Studenten und als Körperschaft des Öffentlichen Rechts gegründet. Auf den einzelnen Universitäten und Hochschulen wurden als Vertretungskörper Hauptausschüsse und auf der Bundesebene ein Zentralausschuß errichtet. Als ÖVP-nahe Studentenpartei fungierte der Wahlblock. Zahlreiche CVer, darunter auch Carolinen, engagierten sich in der Hochschulpolitik. Der Bedeutendste unter ihnen war Hans Blaickner. Vom 16. Oktober 1961 bis zum 29. Mai 1963 bekleidete er das Amt eines Vorsitzenden der Österreichischen Hochschülerschaft bzw. des Zentralausschuß. Vorher war er stv. Vorsitzender des Hauptausschusses der Grazer Technik. In seiner Amtszeit kam es erstmals zu größeren Studentenstreiks und Demonstrationen für eine bessere budgetäre Ausstattung der Hochschulen.

Im Verhältnis zwischen GCV bzw. Carolina und den Schlagenden gab es nach 1945 eine Umkehrung der Bedeutungsverhältnisse. Wie die Hochschulwahlen gezeigt der Jahre nach 1945 gezeigt hatten, erreichte der Wahlblock bundesweit eine deutliche Mehrheit, der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) blieb abgeschlagen auf dem zweiten Platz. Wie nach 1918 so kam es nach Wiederbegründung der schlagenden Verbindungen zu einem anfänglichen Einvernehmen, das aber bald versandete. Bereits 1953 kam es zu ersten Auseinandersetzungen, die 1961 – anläßlich 150 Jahre Technische Hochschule Graz und Gründung der Albertina – deutlich eskalierten.

Im Bereich Kirche und Katholische Verbände gab es nach 1945 durch die Errichtung der Katholischen Aktion bzw. der Katholischen Hochschulgemeinden vermehrt Konflikte, insbesondere in Graz bzw. in der Steiermark, wo die spezielle „KA-Ideologie“ bei der Verdrängung des freien katholischen Verbandswesen, worunter auch der CV zu zählen ist, eine besondere Ausprägung fand. Im Jahr 1948 spitzte sich das in Graz im sog. „Fronleichnamsstreit“ zu, als man zu verhindern suchte, dass der GCV bei der Prozession in vollen Farben teilnimmt. Doch ab den achtziger Jahren trat dieser Konflikt, der auch in der Landespolitik eine gewisse Rolle spielte, zunehmend in den Hintergrund.

In der Bundespolitik der Epoche zwischen 1945 und 1970 stellte Carolina zwei maßgebliche Persönlichkeiten. Den Bundeskanzler der Jahre 1961 bis 1964 Alfons Gorbach sowie Alfred Maleta, Nationalratspräsident, ÖAAB-Bundesobmann, ÖVP-Generalsekretär und Klubobmann. In den Jahren 1962 bis 1964 waren mit Gorbach und Maleta die beiden wichtigsten Ämter nach dem Bundespräsidenten gleichzeitig mit Carolinen besetzt. Neben diesen beiden saß noch Rudolf Reisetbauer (der Bruder des og. VOP Franz Reisetbauer) im Nationalrat.
In der steirischen Landespolitik waren CV und Carolina nicht stark vertreten. Tobias Udier (GlL, Cl) blieb bis heute das einzige Urmitglied einer CV-Verbindung in der Landesregierung (Landeshauptmannstellvertreter). Im steirischen Landtag saßen bis 1970 Hanns Koren (Cl EM), Viktor Duss und Gerd Stepantschitz. Im Vorarlberger Landtag saß Lorenz Konzett.

Kaum ein politischer Fall wie der des Sozialministers des Ständestaates Josef Dobretsberger (Urmitglied Norica, Bandphilister Carolina) hat die Carolina bis in die sechziger Jahre hinein intensiv beschäftigt. Dobretsberger wurde vor 1938 Professor für Nationalökonomie in Graz, war 1935/36 Sozialminister und ging 1938 ins Exil. Er kehrte erst 1946 nach Österreich zurück und wurde in Graz wieder Professor. Wegen seiner kompromißlosen antinationalsozialistischen Haltung war er damals besonders bei jenen Carolinen angesehen, die durch den Widerstand geprägt wurden.
Für die Nationalratswahlen im Herbst 1949 konnten erstmals neben ÖVP, SPÖ und KPÖ auch andere Parteien kandidieren. Im Sommer 1949 wurde er Obmann der Demokratischen Union (DU) und konnte viele CVer, vor allem in der Steiermark und da in der Carolina, als Mitarbeiter gewinnen. Damit setzte er sich in Widerspruch zur offiziellen Linie des ÖCV, die allein die ÖVP als wählbare Partei ansah. Die Angst der ÖCV-Führung vor einer Zersplitterung der bürgerlichen Kräfte war u. a. auch dadurch begründet, dass die Spitzenkandidaten der DU in den einzelnen Wahlkreisen größtenteils CVer waren.

In einem formal nicht einwandfreien Verfahren wurde Dobretsberger bei der Norica dimittiert, damit verlor er auch sein Band bei der Carolina. Die Empörung dort über diesen Schritt der Norica war sehr groß. Im Jahr 1966 begannen die Versuche jener Kreise in der Carolina, die seinerzeit für ihn eingetreten waren, Dobretsberger wieder aufzunehmen. Nach zahlreichen Gesprächen, auch mit der Urverbindung Norica, konnte Dobretsberger am 14. März 1968 wieder in die Carolina aufgenommen werden. Er war nun Urmitglied der Carolina mit dem seinerzeitigen Eintrittsdatum bei der Norica.

Das 75. Stiftungsfest (30. Mai bis 3. Juni 1963) war wohl das bislang glanzvollste der Carolina. Bundeskanzler Alfons Gorbach und Nationalratspräsident Alfred Maleta, der auch die Festrede am Kommers hielt, waren umjubelte Teilnehmer. Aus Anlaß des 75. Stiftungsfestes wurde die Verbindungsgeschichte „75 Jahre Carolina“ herausgegeben. Die früheren Veröffentlichungen für die Zeit bis 1918 (verfaßt von Emmerich Kresbach sen.) und bis 1948 (verfaßt von Gabriel Paller) wurden zusammen mit der Ergänzung bis 1963 (verfaßt von Emmerich Kresbach jr.) in einem Band gedruckt.

Das 80. Stiftungsfest (31. Mai bis 3. Juni 1968) hatte wiederum einen besonderen Akzent aufzuweisen. Es gelang, den Erzbischof von Utrecht (Niederlande), Bernard J. Kardinal Alfrink, nach Graz zu holen. Im Rahmen einer Festakademie im Stephaniensaal hielt er eine vielbeachtete Rede und zelebrierte gemeinsam mit Bischof Josef Schoiswohl (Rd) den Festgottesdienst im Dom. Die Festrede beim Kommers hielt Bundesminister a. D. Ernst Kolb (Aln, Cl).

1970-2017

1970 bis 1988
Bildungsakademie und 100. Stiftungsfest

von Dr. Gerhard Hartmann

Die sechziger Jahre bedeuteten in vieler Hinsicht eine Zäsur: Innerkirchlich gab es das II. Vatikanum; das Jahr 1968 mit der Studentenrevolte und dem gescheiterten Experiment eines Sozialismus mit menschlichen Antlitz (Tschechoslowakei); in Österreich endete 1970 für drei Jahrzehnte die Ära der ÖVP-Bundeskanzler; in der Hochschulpolitik kam es anstelle des Wahlblocks zu Gründung der Österreichischen Studentenunion (ÖSU); im ÖCV kam es zu internen Diskussionen (Academia, Protestanten, Studentinnen), aber auch zur Gründung der Bildungsakademie.

Fangen wir mit letzterem an: Seit 1967 war Maximilian Liebmann Amtsträger für Bildungsfragen im ÖCV, seiner Initiative und Tatkraft ist die Gründung der Bildungsakademie des ÖCV 1971/72 zu danken, bei der u. a. auch sehr viele Carolinen in der Gründungsphase mitarbeiteten. Das wurde u. a. auch dadurch manifest, dass seine zwei unmittelbaren Nachfolger in diesem Amt, Wolfgang Mantl (Nc) und Gerhard Hartmann (Baj), Bandphilister der Carolina sind.

In der Hochschulpolitik glaubte man, mit der erwähnten Gründung der ÖSU als „Mitgliederpartei“ (im Gegensatz zum Wahlblock, wo verschiedene Verbände Mitglieder waren), den gesellschaftlichen Änderungen, die durch das Jahr 1968 hervorgerufen wurden, besser begegnen zu können. Das war zwar einige Zeit erfolgreich, doch Mitte der siebziger Jahre geriet die ÖSU in widersprüchliche Flügelkämpfe. Auf der rechten Seite entstand die Junge Europäische Studenteninitiative (JES) und in der Mitte begann von Graz aus die Bewegung des Studentenforums, das hier Ende der siebziger/Anfang der achtziger Jahre eindrucksvolle Erfolge hatte. Bei ihm waren damals einige Carolinen maßgeblich beteiligt.

Um eine einzige „ÖVP-nahen“ Studentenpartei aufrecht erhalten zu können, kam es zwischen der Rest-ÖSU und dem Studentenforum zu einer Einigung mit dem Namen „Arbeitsgemeinschaft“ (AG). Das Engagement des CV bzw. der Carolina in der Hochschulpolitik war in den folgenden Jahren oft sehr unterschiedlich. Entscheidend bei der späteren Entwicklung war, dass die Dominanz der ÖSU/Studentenforum/AG, die bis in die achtziger Jahre hinein – zumindest auf Bundesebene bestand – zunehmend abbröckelte. Es ist dabei nur ein schwacher Trost, dass der frühere Gegner RFS bedeutungslos geworden und die JES verschwunden sind. Die wesentliche Ursache dafür war die zunehmende Entwicklung zur Massenuniversität: Gab es Ende der fünfziger Jahre knapp unter 30.000 Studenten in Österreich, so sind es jetzt deutlich mehr als 200.000. Trotz alledem ist das hochschulpolitische Engagement der aktiven Carolina ein essentieller Ausdruck des Wahlspruches „Pro Deo et Patria“.

Das wichtigste Ereignis der Carolina gegen Ende des letzten Jahrhunderts war 1988 das 100. Stiftungsfest, dessen Vorbereitungen bis Ende der siebziger Jahre reichen. Als Motto wurde „100 Jahre Carolina – 100 Jahre CV in der Steiermark – 100 Jahre katholisches Studententum“ gewählt, das Ehrenpräsidium übernahmen Bischof Johann Weber, Landeshauptmann Josef Krainer jr. (AIn EM) und Alfred Maleta. Die Veranstaltungen begannen mit einem Gedenken aus Anlaß des 50. Jahrestags des Anschlusses Österreichs im März 1988 sowie mit einem Symposion „Österreich in Europa“ im April, bei dem u. a. der spätere Vizekanzler Erhard Busek, der spätere Bundespräsident Thomas Klestil (Baj) und der damalige Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages und früher Vorstitzender des deutschen CV, Hans Stercken (Nv), referierten.

Am Pfingstwochenende (19. bis 22. Mai) fand nun dieses 100. Stiftungsfest statt, es gab zahlreiche öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen. So gab es u. a. einen Festvortrag vom damaligen Vizepräsidenten des Päpstlichen Rates der Laien, Bischof Paul-Josef Cordes (Sd), nunmehr Kurienkardinal. Die Festrede am Kommers hielt Vizekanzler Alois Mock (Nc, Cl), die Festmesse zelebrierte Bischof Johann Weber. Im Rahmen des Stiftungsfestes wurde die Geschichte der Carolina „Im Gestern bewährt. Im Heute bereit“ präsentiert.

In der Epoche nach 1970 sah es mit politischen Mandataren aus den Reihen der Carolina rückläufig aus, aber das lag allgemein im Trend des CV. Hans Koren (Cl EM) war bis 1970 die prägende Gestalt der steirischen Kulturpolitik und dann in den siebziger Jahren Landtagspräsident. Gerd Stepantschitz kam neuerlich in den steirischen Landtag bzw. wurde zeitweise Mitglied des Bundesrates, weiters saß ab 1981 Hans Steiner im Landtag. Grazer Vizebürgermeister wurde Erich Edegger (Cl EM). Steiner und Edegger sind die einzigen Politiker Carolinas dieser Zeitepoche, die neu hinzugekommen sind. Sie wurden nach dem Zweiten Weltkrieg rezipiert. Danach fand kein Caroline mehr in die Bundes- und Landespolitik. Erst ab 2003 sollte mit Siegfried Nagl ein Urphilister Bürgermeister von Graz werden.
Die Frage nach den Gründen für diesen Rückgang ist berechtigt. Zwei Gründe, die jedoch auch nicht alle Ursachen zu erklären vermögen, seien angeführt:

1. Die Mehrzahl der Politiker Carolinas war außerhalb der Steiermark tätig, insbesondere in jenen beiden Bundesländern, die zu den traditionellen Einzugsgebieten der Verbindung gehörten, nämlich Oberösterreich (hierunter fallen Aigner, Maleta, Reisetbauer und Salzmann) sowie Vorarlberg (hierunter fallen Drexel, Konzett und Redler). Nun haben nach 1945 die Neueintretenden aus Oberösterreich und Vorarlberg zugunsten der Steirer abgenommen, denn die Universität zu Linz wurde gegründet und Salzburg sowie Innsbruck ausgebaut. Übrig blieben lediglich Technik- und Medizinstudenten, daher deren hoher Anteil. Nun ist gerade Jus noch immer das „klassische“ Politikerstudium, so dass der Politikerrückgang Carolinas in diesen Ländern erklärbar ist.

2. Von den nach 1945 reziperten Carolinen haben nur drei den Weg in die Politik gefunden (Edegger, Nagl, Steiner). Nun war es schon früher für den CV schwer, in der Steiermark politisch Fuß zu fassen. Anfänglich war es das nationalliberale Klima und nach 1945 die Konkurrenz durch die KA bzw. KHG.

1988 – 2008
Carolinas Weg ins dritte Jahrtausend

von Mag. Markus Simmerstatter

20 Jahre sind eine lange Zeit. Vor allem für eine Verbindung. In den 40 Semestern prägen 39 Senioren und rund 250 Chargen die Verbindung. Sie gestalten 40-mal ein ambitioniertes Semesterprogramm mit vielen Highlights, und rund 160-mal tagt ein BC, wo oft weitreichende Entscheidungen getroffen werden.

Spätestens mit 1988 wurde eine Besonderheit Carolinas auffällig. Immer wenn es gegen ein rundes Stiftungsfest in einem 8er-Jahr zuging, explodierten die Fuchsenzahlen und erreichten die „magische“ Grenze von 20 Füchsen. Das war 1988 so, 1998 und auch 2008.

Nach dem 100. Stiftungsfest war bei Carolina keineswegs die Luft heraußen. Auch in den folgenden Semestern und Jahren wurden ambitionierte Semesterprogramme erstellt. Ein besonderes Highlight stellten dabei, neben Stiftungsfesten, Weihnachts- und Krambambulikommersen die Carolinentage dar. Sie führten die Verbindung immer wieder auch ins Ausland. So zum Beispiel im WS 1988/89 nach München. Im Jahr darauf nach Venedig. Aber auch Budapest, Padua, Heidelberg und Udine waren unter anderem Ziele der Carolinentage. Zweimal ging es in diesem Rahmen zum Skifahren nach St. Oswald bei Bad Kleinkirchheim, einmal in die Kaiserau bei Admont.

Ein besonders anspruchsvolles Semester war jenes des WS 1990/91. Senior Johannes Bauer und sein Team veranstalteten gleich vier Wissenschaftliche Abende (WA) auf der Karl-Franzens-Universität. Alle mit höchst prominenten Referenten. Grünen-Urgestein Peter Pilz, Hainburg-Veteran Günther Nenning, und als Referent zum Thema „Wehrhaftes Christentum“ Weihbischof Andreas Laun, waren zu Gast. Am meisten Aufsehen erregte aber der WA mit dem Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider. Der stand damals im Zenit seines politischen Wirkens. 600 Besucher drängten sich daher in die Vorklinik der Karl-Franzens-Universität.

Immer wieder waren prominente Vortragende zu Gast bei Carolina. Darunter waren gelegentlich auch ideologisch fern stehende Persönlichkeiten. Der zu Fernseh-Ehren gekommene Lebenskünstler Hermes Phettberg im Wintersemester 1995/96 und KPÖ-Langzeitvorsitzender Franz Muhri im WS 1996/97 sind nur zwei Beispiele dafür. Bemerkenswert war auch der Auftritt vom Doyen der österreichischen Innenpolitik-Redakteure Kurt Vorhofer (Nc) im SS 1995. Der WA mit ihm war sein letzter öffentlicher Auftritt, wenige Tage danach verstarb er in Aflenz.

Im Studienjahr 1990/91 stellte Carolina das Präsidium des Grazer Cartellverbandes (GCV). Stephan Maria Baumgartner zeichnete als GCV-Präsident verantwortlich. Zwischen 1988 und 2008 engagiert sich Carolina regelmäßig im GCV. In einem reihum gehenden Rad präsidieren die Grazer CV-Verbindungen, meist nach dem Alter, den GCV. Seitens Carolina waren folgende Bundesbrüder zwischen 1988 und 2008 GCV-Präsidenten: 1990/91 Stephan Maria Baumgartner, 19994/95 Stefan Tschikof, 1998/99 Markus Simmerstatter und 2002/03 Walter Strobl. Im Studienjahr 2005/06 übernahm zunächst Sven Pöllauer das Amt des GCV-Präsidenten. Durch eine berufliche Veränderung übergab er am 1. Oktober 2005 das Amt an Florian Edelsbrunner. Philipp Kapl, im Studienjahr 2007/08, war der bislang letzte Caroline als GCV-Präsident.

Im Altherrenlandesbund (AHLB) Steiermark haben sich natürlich auch immer wieder Carolinen engagiert. Wilhelm Plauder stand diesem Gremium von 2000 bis 2006 vor. In die Zeit seines Vorsitzes fällt die Wiederbelebung des steirischen CV-Balles 2002, der seither als Akademiker-Redoute gemeinsam mit dem MKV, ÖKV und der VCS veranstaltet wird. Für die Organisation des Balls waren in erster Linie Carolinen zuständig. Bernd Lippacher und Klaus Kienberger haben dabei die Hauptlast getragen. Eine weitere Neuerung erfuhr die Zeitschrift des AHLB „Die Alternative“. Im SS 1995 wurde sie auf Anregung von Richard Ott (BbG, Cl) gegründet, Andreas Zakostelsky war ihr erster Chefredakteur. Im Jahr 2000 wurde Markus Simmerstatter Chefredakteur. Er stellte die Zeitung 2002 auf neue Beine, seither erscheint sie vierteljährig im Format A3. Ebenfalls in die Zeit Wilhelm Plauders fällt die Gründung des AHLB-Mittagstisches, am ersten Donnerstag jeden Monats, sowie die des Netzwerkes „36 +/- 10“, aus dem der Wirtschaftszirkel „Club St 105“ hervorging.

Im ÖCV gab es mehrere Anläufe der Carolina den Vorort zu übernehmen, die vorerst alle scheiterten. Die ernsthafteste Kandidatur war jene für das Studienjahr 1998/99. Martin Vabitsch als Kandidat für den Vorortspräsidenten führte Carolina in die Wahl am Studententag in Klagenfurt. Dort unterlag man recht klar der Austro-Danubia Linz. Eine weitere Vorortskandidatur gab es im WS 2003/04. Ohne mit Aktivitas und Altherrenschaft Rücksprache zu halten kündigte ein Team seine Kandidatur für das Studienjahr 2004/05 an. Die Folge war ein mittelschweres Erdbeben in der Verbindung. Die Kandidatur musste zurückgenommen werden, die Betreiber der Kandidatur mussten sich für ihr Vorgehen am Verbindungsgericht verantworten. In einem Fall wurde sogar ein Ausschluss verhängt. Ein letzter vergeblicher Versuch wieder einmal den Vorort im ÖCV zu stellen, stammte aus dem Jahr 2005. Karlheinz Kornhäusl führte ein Team an, dass sich für den Vorort 2007/08 bewerben wollte. Auf dem BC gab es dafür keine Mehrheit, so dass dieses Vorhaben nicht weiter verfolgt wurde.

Dem Team um Karlheinz Kornhäusl gehört auch Michael Wildling an. Ihm gelang es dann 2008, ein neues Vororts-Team zu sammeln, ein tragfähiges Konzept auszuarbeiten und schließlich Aktivitas und Altherrenschaft für eine Kandidatur zu gewinnen. Im Mai 2008 wurde Carolina zum ÖCV-Vorort für das Studienjahr 2008/09 gewählt. Nach 56 Jahren stellt sie damit das erste Mal wieder einen Vorort im ÖCV.

Im Jahresreigen und im Selbstverständnis der Verbindung nehmen Stiftungsfeste einen besonderen Platz ein. Dabei finden Carolinen Stiftungsfeste nicht zwangsläufig immer in Graz statt. 1993 wurde unter Senior Thomas Thaller das 105. Stiftungsfest in Vorarlberg gefeiert. Im Zuge der Vorbereitung kam es zu Spannungen zwischen dem Altherren-Vorstand und dem Vorarlberger Organisationsteam, die darin gipfelten, dass der Altherrenvorstand am Stiftungsfest nicht teilnahm. 1997 war unter Senior Walter Neurathner Linz Veranstaltungsort des Stiftungsfestes, ebenso wie 2003. Senior Felix Bernauer lud zum 115. Stiftungsfest in die oberösterreichischen Landeshauptstadt. 2007 schlug Senior Christian Kollegger das 119. Stiftungsfest in Wien. Das 120. fand 2008 in Vorarlberg statt.

Ein besonderes Stiftungsfest war auch das 110. im Jahr 1998. Senior Gerhard Schloffer initiierte anlässlich dieses Jubelstiftungsfestes erstmals eine professionelle Corporate Identitiy für Carolina. Dazu gehörten ein modernes Carolinen-Logo, sowie ein einheitliches Design für das Semesterprogramm, die Carolinenblätter und die Audio-CD. Auf ihr erzählten 10 Bundesbrüder quer durch die Verbindungs-Generationen aus ihre Aktivenzeit. Eine weitere Neuerung war in diesem Semester auch die Gestaltung einer Carolinen-Homepage. Johannes Wisiak und Christian Fessl zeichneten dafür verantwortlich. Vom ÖCV-Wirtschaftsclub wurde die Homepage als beste des ÖCV gekürt.

Eine neue Corproate Identity gab es dann 10 Jahre später anlässlich des 120. Stiftungsfestes 2008 in Vorarlberg. Senior Michael Wildling war die treibende Kraft dahinter. Sowohl Carolina als auch der Vorort Carolina bedienen sich seither dieses neuen Erscheinungsbildes.

Stiftungsfeste sind auch meist der geeignete Rahmen Personen in die Verbindung aufzunehmen, die während ihrer Studentenzeit nicht mit Carolina oder dem ÖCV in Kontakt gekommen sind. Vor allem bei der Aufnahme von Ehrenmitgliedern zeigt sich Carolina eher zurückhaltend. Dennoch gab es zwischen 1988 und 2008 einige davon. 1990 wurde der Schauspieler Johannes Pump aufgenommen, 1998 der Abt von Admont Bruno Hubl. Im Jahr 2000 wurde der Altrektor der Karl-Franzens-Universität und spätere Landtagsabgeordnete Wolf Rauch Caroline. 2003 wurde, im Rahmen eines eigenen Kommerses, Landeshauptmannstellvertreter Hermann Schützenhöfer Bundesbruder. 2004 wurden gleich zwei Ehrenmitglieder aufgenommen, beide übrigens nicht bei einem Stiftungsfest. Am Gründungstag der Verbindung, dem 18. August, wurde der spätere Generaldirektor der Raiffeisen-Landesbank Markus Mair aufgenommen. Im Dezember erhielt der damalige Präsident der Ärztekammer, Dietmar Bayer, das Band Carolinas. Letzterer sponserte anlässlich seiner Aufnahme einen Fahnenkasten für die traditionsreiche Carolinenfahne aus dem Jahr 1895.

Die Landespolitik blieb bis ins Jahr 1995 ein schwieriges Feld für Carolina und den ÖCV. In der Gesetzgebungsperiode 1986 - 1991 war der Caroline Hans Steiner der einzige ÖCVer unter den Landtagsabgeordneten. In der darauffolgenden Legislaturperiode gehörte kein ÖCV dem steirischen Landtag an. Mit der Wahlniederlage der Landes-ÖVP 1995 und der Wahl Waltraud Klasnics zum Landeshauptmann änderte sich das Verhältnis zum ÖCV langsam. 1996 wurde der Generaldirektor der Raiffeisen-Landesbank Steiermark Georg Doppelhofer Finanzreferent der steirischen Volkspartei und blieb dies bis zum Jahr 2004. Nach dem grandiosen Wahlerfolg Klasnics im Jahr 2000 drängten dann mehr Carolinen in die Politik. 2001 wurde Andreas Schnider Landesgeschäftsführer der Steirischen Volkspartei. Unterstützt wurde er von Jürgen Baumgartner als Organisationsreferent. Im Landtag saß als Abgeordneter Wolf Rauch (EM Cl) und gegen Ende der Legislaturperiode für kurze Zeit auch der Traungauer Oliver Kröpfl. In Graz wurde Siegfried Nagl 1998 Stadtrat, im Jahr 2000 Stadtparteiobmann und schließlich 2003, nach einem großartigen Wahlsieg, Bürgermeister von Graz. 2008 konnte die Stadt-ÖVP bei der Gemeinderatswahl nochmals zulegen, Nagl wurde als Bürgermeister wieder gewählt. Als Stadtpartei-Geschäftsführer installierte Siegfried Nagl 2003 den erst 22 jährigen Carolinen Sven Pöllauer, der 2005 als Generalsekretär der Jungen ÖVP nach Wien ging. Daneben engagierten sich viele Carolinen in den letzten Jahren als Wahlkampfhelfer der ÖVP bei Europa-, Bundespräsidenten-, Nationalrats-, Landtags- und Gemeinderatswahlen. Vor allem an den Wahlständen in Graz war das gut ersichtlich.

Nicht nur Senioren prägten immer das Bild Carolinas im Laufe ihrer Geschichte, auch Philistersenioren trugen das ihrige dazu bei. Maximilian Liebmann führte die Verbindung in das 100. Stiftungsfest. Ihm folgte Harald Lienbacher (1988-1991) und Walter Holzer (1991-1993). Wilhelm Plauder stand dem Altherrenvorstand von 1993 bis 1999 vor. Von 1999 bis 2003 führte Ferdinand Gosch v. Tell die Altherrenschaft an. Seit 2003 ist Gerhard Mayer Philistersenior.

Eine der Hauptaufgaben des Altherrenvorstandes ist das Carolinenhaus. 1988 wurde es anlässlich des 100. Stiftungsfestes umgebaut. 1997 begann man mit den Planungen eines viel weiter reichenden Umbaus. Ausschlaggebend dafür war die Räumung des 2. Stocks durch das Rechtsamt des Magistrates Graz. Manfred Pailer und Josef Praschinger machten sich an die Detailplanungen von Finanzierung und Umbau. Im SS 2002 konnten dann Senior Ingo Bernsteiner und Philistersenior Ferdinand Gosch der Verbindung ein in neuem Glanz erstrahlende Carolinenhaus präsentieren. Wie gut das finanzielle Konzept hinter dem Hausumbau war sollte sich erst in den folgenden Jahren zeigen. Der Hauptverantwortliche dafür, Manfred Pailer, sollte allerdings nicht mehr erleben wie sein Konzept aufging. Er verstarb unerwartet im März 2003.

In den letzten 20 Jahren verstarben eine Anzahl langjähriger und verdienter Bundesbrüder. Alle diese Todesfälle waren traurig und haben natürlich eine Lücke in der Verbindung hinterlassen. Manch ein Todesfall hatte auch große Auswirkungen auf das Verbindungsleben. Etwa der des damaligen Philisterkassiers Manfred Pailer, der die Neuwahl der Philisterchargen etwas verzögerte, da erst ein neuer Philisterkassier gefunden werden musste. Am dramatischsten war sicher das Ableben von Philipp Rosenberger. Der Senior des WS 2000/01 fiel im Jahr 2002 einem Arbeitsunfall in der Marienhütte zum Opfer. Dementsprechend lang war der Trauerkondukt bei seinem Begräbnis. Sein Tod hat die Aktivitas besonders getroffen.

Viel hat sich in den letzten 20 Jahren getan. Erfreuliches und weniger erfreuliches, lustiges und dramatisches. Für eine detaillierte Darstellung ist hier nicht der richtige Platz. Sie ist einer später erscheinenden Verbindungsgeschichte vorbehalten.